In Gedanken an Viktoria
 



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Die Realität ist anders

Eine schreckliche Nacht liegt hinter mir. Diese nervenzereissende Schlaflosigkeit welche mich heimsucht: Jedes Geräusch ob Autos, schrillsingende Vögel, das rauschende Wasser bohrt sich in meinen Kopf. Es ist zum Verrücktwerden, wenn die Schallwellen der über die Brücke rasenden Laster mein Kopfkissen erfassen und ich mich durchfahren fühle. Wenn die Gedanken nicht abreisen, das Gefühl zu haben, tief traurig zu sein. Die Unfähigkeit nichts an dieser Welt ändern zu können. So viele Menschen in Unfreiheit, so viel Leid und Unfähigkeit, Dummheit. Das Gefühl nicht einmal den Freunden helfen zu können. Die Erkenntnis, dass es mir genauso geht, wie es dir ging als du aufgabst. Ich verstehe dich, ich komm hier nicht zu recht. Wie ein Schmetterling flieg ich durch die Welt. Voller Träume und den Wunsch die Welt in meinen bunten Farben anzustreichen. Doch in der Wirklichkeit scheitere ich. Daran, dass ich nichts ändern kann. Das ich kaum jemanden erreiche und meine Träume wie ein Kartenhaus zusammenstürzen sehe. Es ist ernnüchternd, keine meiner Ideale sind verwirklichbar. Die Realität holt mich einfach ein. Die sinnlosen Gespräche um nichts, um Themen die einen nicht betreffen und jede Feststellung ändert nichts an der Wirklichkeit. Es war ein langweiliger Pizza-Abend, die Themen waren Fußball und Völkermord, Berufschancen und narzistische Kunst. Ich mußte an dich denken, an unsere gemeinsamen Kochsession, an deine lustige Art, an unsere Träume und Ängste. Ich hatte Gedichte von Brecht und Tucholsky dabei; welch ein Spaß war es, wenn wir über die Verführung von Engeln herfielen. Ich liebe das Gedicht „Augen einer Großstadt“. Man hätte Geschichten über Herrn Keuner zitieren können. Vielleicht mit lustigen Spielen, die Zeit vertreiben. Irgendetwas um nicht in die Trauerstimmung zurückzukehren in die ich so leicht falle. Aus war der Traum eine Gleichgesinnte zu finden. Ich gebe es zu mir Hoffnung gemacht zu haben, jemanden gefunden zu haben mit dem man die Stadt unsicher machen kann. Jemanden mit dem man die Schwere des Seins überbrücken kann, einfach lustig zu sein und dabei alles abschütteln zu können. Es gibt sie so selten, die Seelenverwandten. Doch dieser Traum ist nun aus, denn die Dinge entwickeln sich nur in meinem Kopf. Ich wünsche es mir und lasse mich nicht auf die Realität ein. Werde enttäuscht und ungeduldig. Es ist einfach ein großartiges Geschenk Freunde zu haben. Wir hätten uns mehr sehen sollen noch bevor uns die Last des Lebens erdrückte.

Der Abend war gelaufen. Meine Gedanken rangen um eine Sprache in der ich die Dinge erklären konnte. Doch ich blieb stumm und unfähig mich wieder in die Welt einzubringen. Ein hilfloses "Sehen wir uns wieder?" war der Abschied des Abends und der nächsten Zeit.

14.2.08 00:57
 


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